bsky-icon

Der Schutz von Klima, von Biodiversität, sie sind erste Staatsaufgabe. Denn der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen ist sicherheitsrelevant. Sauberes Wasser, Insekten zur Bestäubung, saubere Luft und andere sogenannte Ökosystemleistungen sind verantwortlich für unser Wohlergehen und unseren Wohlstand. Die Natur ist auch verfassungsmässig geschützt, bereits im Zweckartikel ist die dauerhafte Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen festgeschrieben.

Wer aus dem Fenster schaut, merkt aber: Beim Vollzug haperts. Nicht nur werden Umweltgrenzwerte seit Jahren überschritten, wie zum Beispiel die Stickstoffeinträge, sondern es wir immer mehr offensichtlich, dass auch unser Rechtssystem einen wesentlichen Mangel hat. Solange die Natur nicht klagen kann gegen ihre Zerstörung, bleibt die Übernutzung und Zerstörung folgenlos, schöne Worte in der Verfassung hin oder her.

Die UNO hat im Juli 2022 eine Resolution verabschiedet, die das Recht auf eine sichere, saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt festschreibt und als Menschenrecht verankert. Dazu kommunizierte das Aussendepartement in einer Medienmitteilung: «Auch dank der Schweiz: eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt als Menschenrecht anerkannt.» Eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt als Menschenrecht, als Grundlage für die Wahrung von Menschenwürde, Gleichheit und Freiheit. Nicht nur bei der UNO reift die Erkenntnis, dass unsere Rechtssysteme angesichts der Umweltkrise ein Update brauche. Umweltverschmutzung, Klimaerhitzung, Biodiversitätsverlust – sie betreffen nicht nur isoliert die Natur, sondern unsere Gesellschaft im Kern.

Im Frühling dieses Jahren durfte ich die Klimaseniorinnen nach Strassburg an den internationalen Menschenrechtsgerichtshof begleiten. Die Klimaseniorinnen klagten gegen die Untätigkeit der Schweiz in der Klimapolitik. Sie machen geltend, dass sie als ältere Frauen überdurchschnittlich durch die Klimaerhitzung betroffen sind. Die Klage ist ein Meilenstein im Kampf um das Recht auf eine gesunde Umwelt. Der Entscheid des Menschenrechtsgerichtshofs wird gegen Ende Jahr mit Spannung erwartet und wird auch in der Schweiz eine grosse Debatte auslösen.

Der Natur das Recht zuzugestehen, sich wehren zu dürfen, wenn sie zerstört wird, ist eine logische, konsequente Weiterentwicklung unsere Rechtstaats, die wir vorantreiben sollten.

Freitag 21 August 2026
Dieser Tage mailen mir hunderte Menschen, dass ich älteren Menschen das Autofahren nachts verbieten wolle. Was sie eint: Sie reagieren auf etwas, das ich nie gefordert habe. Der Auslöser ist ein Artikel von 20 Minuten: «Grüne will über 70-Jährigen nachts das Fahren verbieten.» Mein Vorstoss, auf...
Donnerstag 2 Juli 2026
Wer die Kontrolle über Saatgut hat, hat Macht über die Ernährung. Mit der neuen EU-Regulierung zu Pflanzen aus neuer Gentechnik, die seit 17. Juni 2026 in Kraft ist, verschiebt sich diese Kontrolle weiter in Richtung weniger Konzerne. Ab Mitte 2028 dürfen viele gentechnisch veränderte Pflanzen in...
Montag 5 Januar 2026
Nice, neutral und bewaffnet: Die Schweiz gehört mit knapp 28 Schusswaffen in Privatbesitz pro 100 Einwohner*innen zu den am stärksten bewaffneten Ländern der Welt. Im Unterschied zur Spitzenreiterin USA ist die Zahl der Schusswaffentoten hierzulande vergleichsweise niedrig, etwas, das mit...